In den letzten Monaten hat sich ein alarmierender Trend im Gesundheitsbereich abgezeichnet: Zahlreiche Fälle von Keuchhusten treten in Deutschland verstärkt auf, und die am stärksten gefährdeten sind ungeimpfte Babys. Während die Welt immer noch die Nachwirkungen der Corona-Pandemie bewältigt, hat diese Situation eine eigene Dringlichkeit gewonnen. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete allein bis Mitte Mai 2026 mehr als 4.500Keuchhusten-Fälle, verglichen mit rund 1.500 im Vorjahr zur selben Zeit. Diese stark ansteigende Zahl wirft bedeutende Fragen auf über den Impfschutz, die ansteckende Natur der Erkrankung und die Maßnahmen, die Eltern ergreifen können, um ihre Kinder zu schützen.
Die Rückkehr von Keuchhusten steht im engen Zusammenhang mit der Tatsache, dass viele Erwachsene ihre Auffrischungsimpfungen versäumt haben. Laut Fachleuten wie Professor Horst von Bernuth an der Charité ist der Impfschutz gegen diese kochende Kinderkrankheit nicht von dauerhaftem Bestand. Dies ist besonders kritisch für Säuglinge, die auf den Schutz durch ihre Mütter angewiesen sind, da sie oft in den ersten Lebensmonaten noch keinen eigenen Schutz entwickeln konnten. Während sich die Anzahl der Erkrankungen halbiert hat, ist alarmierend, dass die schwerwiegenden Folgen, insbesondere für ungeimpfte Babys, häufig übersehen werden.
Warum nimmt die Zahl der Keuchhusten-Fälle zu?
Die steigenden Fallzahlen sind nicht nur auf versäumte Impfungen zurückzuführen. Die erlittenen Lockdowns und Kontaktbeschränkungen während der Pandemie haben dazu geführt, dass viele Kinder und Erwachsene nicht in dem Maße mit Keuchhusten in Kontakt kamen, wie dies normalerweise der Fall wäre. Das führte zu einem Rückgang der Herdenimmunität. Nun gibt es einen ständigen Anstieg der Infektionen, der auf die Rückkehr zu mehr sozialen Interaktionen zurückzuführen ist.
Wer ist besonders gefährdet?
Besonders gefährdet sind Babys, die jünger als sechs Monate sind und bisher keine Impfung erhalten haben. Ihr Immunsystem ist schwach und sie können ernsthafte Komplikationen wie Atemstillstände entwickeln. Todesfälle durch Keuchhusten bei Säuglingen sind zwar selten, aber nicht auszuschließen. Auch ältere Menschen ohne aktuellen Impfschutz stellen eine Risikogruppe dar, da bei ihnen die Krankheit ebenfalls zu schweren Verläufen führen kann, insbesondere wenn zusätzliche gesundheitliche Probleme auftreten.
Eindeutige Symptome erkennen
Die Unterscheidung zwischen Keuchhusten und gewöhnlichem Husten ist entscheidend. Keuchhusten zeigt sich durch anhaltende, krampfartige Hustenanfälle, die sich über Wochen erstrecken können und oft mit Atemstillständen bei Säuglingen einhergehen. Diese Infektion tritt in drei Phasen auf: Zuerst zeigt sich eine Erkältung, gefolgt von schweren Hustenanfällen, bevor die Symptome allmählich abklingen. Es ist wichtig, diese Anzeichen frühzeitig zu erkennen und bei Verdacht sofort ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Wie kann man sich schützen?
Der effektivste Weg, sich und seine Kinder zu schützen, ist eine Impfung. Erwachsene sollten sich regelmäßig auffrischen lassen, insbesondere bei der Tetanus- und Diphtherie-Impfung. Schwangere Frauen können, indem sie sich impfen lassen, Antikörper an ihre Ungeborenen weitergeben, was deren frühen Schutz erhöht. Säuglinge sollten bereits ab dem zweiten Monat geimpft werden, um die Abwehrkräfte frühzeitig aufzubauen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt darüber hinaus, dass Personen, die viel Kontakt zu Neugeborenen haben, wie etwa Eltern, Lehrer oder medizinische Fachkräfte, regelmäßig ihren Impfschutz überprüfen und auffrischen lassen.
- Regelmäßige Auffrischungen der Impfungen
- Impfung von Schwangeren ab dem zweiten Trimester
- Frühe Impfung von Säuglingen ab zwei Monaten
- Auf persönliche Hygiene achten, insbesondere in der Nähe von kleinen Kindern
- Symptome sofort ernst nehmen und ärztliche Hilfe aufsuchen
Aufklären und vorbeugen
Die Aufklärung über Keuchhusten und die Wichtigkeit von Impfungen sollte verstärkt in Schulen, Kliniken und unter Eltern gefördert werden. Ein breiteres Bewusstsein für diese Bedrohung, insbesondere unter jungen Eltern, kann entscheidend sein, um die steigenden Zahlen zu kontrollieren und die Gesundheit ungeimpfter Babys zu schützen.



